Auch Pilotinnen müssen mal
- Fanni Pajer

- 8. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt Momente im Cockpit, da fühle ich mich weniger wie eine Pilotin und mehr wie eine Akrobatin, die zufällig ein Flugzeug steuert. Der Grund dafür?
Ein Thema, zu dem ich verlässlich bei jedem meiner Vorträge gefragt werde: der Toilettengang. Und ich antworte natürlich sehr gerne und sehr ausführlich auf diese Frage!
Während Männer auf praktische Lösungen zurückgreifen dürfen, die aussehen wie der kleine Bruder einer Thermoskanne, bleibt uns Frauen oft nur die hohe Kunst des Improvisierens. Und glauben Sie mir: Nichts schärft den Charakter so wie die Frage, ob ein Küchenbehälter wirklich sicher schließt, während man auf x-tausend Fuß Höhe unterwegs ist und zusätzlich einen engen Survival Suit trägt, der – richtig – auch für Männer gemacht ist.
Ich fliege ja viel zu gern, um mich darüber aufzuregen. Stattdessen staune ich einfach nur darüber, wie manche Dinge in der Luftfahrt … nun ja… vergessen wurden. Frauen zum Beispiel. Oder genauer gesagt: dass auch Frauen im Cockpit irgendwann einmal müssen.
Da sitze ich also, zwischen Checklisten, Wolken und meinen treuen Begleitern – Beuteln, Küchengläsern und einer Yoga-ähnlichen Technik, die ich inzwischen „Downward Facing Pilot“ nenne. Und ich denke: Wie charmant wäre es, wenn jemand bei der nächsten Designrunde für Pipi-Boxen und Survival Suits für Männer kurz fragt: „Und wie macht das eigentlich eine Pilotin?“

Die Luftfahrt ist voller Innovation. Sie ist mutig, kreativ, grenzenlos. Vielleicht wäre jetzt ein guter Moment, all das auch auf dieses ganz bodenständige Thema anzuwenden? Bis dahin gilt: Ich fliege weiter – konzentriert und stets mit einer gewissen Vorfreude darauf, dass irgendwann sogar das kleinste Cockpit merkt: Frauen gehören hier her. Und ihre Bedürfnisse auch.
Danke an Jagriti Chandra von THE HINDU Magazine für den wunderbaren Artikel zum Thema!
Mit freundlicher Genehmigung von THE HINDU Magazine. Fotos: © Fanni Pájer



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